Das „Care Mobil“ - ein Gemeinschaftsprojekt der Kölner Frauen-Serviceclubs


Die Idee, eine mobile Eltern-Kind-Beratungsstelle einzurichten, gab es beim Sozial-dienst Katholischer Frauen (SKF) schon lange. Mit dem so genannten „care mobil“ sollten Sozialarbeiterinnen und Hebammen gezielt Stadteile angefahren, um vor Ort Hilfestellung für Eltern zur Versorgung und Förderung ihrer Kinder zu geben bzw. diese entsprechenden weiter betreuenden Institutionen zuzuführen. Zur Realisierung des Projektes allerdings fehlte es an Geld und Unterstützung, bis im Januar 2006 der Kontakt zu den Frauen-Serviceclubs in Köln entstand.

Die Clubs beschlossen, das Projekt gemeinsam zu fördern, und schafften es, durch eigene und gemeinsame Aktionen innerhalb nur eines Jahres 20.000 Euro Spenden-gelder zu sammeln, die zur Anschaffung eines Campingbusses genutzt wurden. Das benötigte Geld für die Mitarbeiterinnen, die in und mit dem Bus arbeiten sollten, stifte-te für zwei Jahre der Verein „Wir helfen“. In 2007 halfen weitere Spenden der Frau-en-Serviceclubs und von „Wir helfen“.

Anfang 2007 nahm das „care mobil“-Team seine Arbeit vor allem in den Einsatzge-bieten Nippes und Porz auf. Der Zuspruch war groß. Vielen Familien, Paaren und al-leinstehenden Müttern oder Schwangern konnte durch unbürokratische Hilfe vor Ort zur Seite gestanden werden. Inzwischen ist aber – zur Freunde aller Beteiligten und Förderer – eine Situation eingetreten, die das „care mobil“ überflüssig macht, da es Eingang in das gesamtstädtische Projekt „KiWi“, die Kinder-Willkommensbesuche, gefunden hat. Das Konzept sieht vor, dass alle Neugeborenen in Köln und deren El-tern das Angebot eines Begrüßungsbesuches erhalten. Die meisten Eltern nehmen dies gern an und sind froh, über Adressen und Hilfsangebote informiert zu werden. Innerhalb dieses Gesamtprojektes betreuen die Mitarbeiterinnen des mobilen Betreuungsservices weiterhin die Bezirke Nippes und Porz und führen damit ihre Ar-beit fort. Auf diese Weise können Kontakte und Kenntnisse über die lokalen Beson-derheiten, die die „care mobil“-Mitarbeiterinnen aufgebaut haben, weiter genutzt und ausgebaut werden.

Zwei Jahre lang haben die beiden Sozialarbeiterinnen und die Hebammen Schwan-geren, Müttern, Familien und Kindern ihre Unterstützung und Begleitung angeboten und in akuten Notlagen geholfen. Nun wird die Arbeit auf anderer Ebene fortgesetzt: Das „care mobil“ wird nach Beendigung des Projektes nicht verkauft oder stillgelegt, sondern für eine neue Aufgabe genutzt.

In den kommenden Wochen wird der Bus - ein wenig umgestaltet und besetzt mit anderen Mitarbeitern - wieder in Nippes und in Bilderstöckchen unterwegs sein. Als Träger der so genannten „Sozialraumarbeit“ wird der SKF sich mit den Problemen von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SKF suchen dann Plätze auf, an denen sich Kinder und Jugendliche treffen, und machen ihnen Angebote zur Freizeitgestaltung. Sie stehen ihnen als Gesprächspartner für Sorgen mit der Schule, bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder auch bei familiären Problemen oder bei Konflikten in der Clique zur Verfügung. Die Jugendlichen werden an offene Jugendtreffs ver-wiesen, es werden Kontakte zu Sportvereinen oder anderen Einrichtungen geschaf-fen, Paten vermittelt, Nachhilfeunterricht und schulische Förderung. Kurz, der Bus bleibt weiterhin ein integraler Bestandteil der aufsuchenden Arbeit des SKF.


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